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Primeval 2. Folge: Nix passiert

Pro7 hat mit dem Programm des Mystery Montags, das ab gestern mit zwei interessanten Neuzugängen attraktiver wurde, nun ganz bestimmt einen Hit gelandet. Primeval ist, wie berichtet, keinesfalls die Hauptattraktion in diesem Line-Up... Doch beim Warten auf die Highlights des Abends (Jericho, Blade und Alias) guckt man eben auch 'mal, ob die 2. Folge von Primeval nicht vielleicht doch besser wird - schließlich hat die Konkurrenz wenig Spannendes entgegenzusetzen... Doch was passierte gestern bei Primeval? Nicht viel, die Serie trat auf der Stelle!

Klar, zu den fliegenden Echsen und Dinosauriern gesellten sich in dieser Folge krabbelige Superspinnen und gigantische giftige Tausendfüßer - aber sonst? Eigentlich ging's mit der Story nicht wirklich voran...

(Woran erinnerte uns der Überfall der Superspinnen auf die U-Bahn? Richtig, Men in Black. Das nur nebenbei.)

Grottig-lustig war auch eine Szene, in der Stephen (James Murray) auf der Krankenbahre lag, also Notfall-mäßig zum Rettungswagen unterwegs war. Natürlich hat ein Mensch in Todesangst nichts anderes im Sinn, als seine Angebetete, in dem Fall Abby (Hannah Spearritt), um ein Date zu bitten. Und die hat auch nichts anderes im Sinn, als gleich anzukündigen, dass sie dann zum Frühstück am "Morgen danach" dableiben würde. Autsch!

Weiter gab's noch einen Nachschlag für Langsamdenker - oder Menschen, die die letzte Folge verpasst hatten und denen man nun auf die Sprünge helfen wollte:

Wer bei der ersten Folge von Primeval noch nicht begriffen hatte, dass Helen Cutter (Juliet Aubry), die verschwundene Ehefrau von Prof. Nick Cutter (Douglas Henshall) das Portal benutzt hat und sich wohl bei den Dinos aufhält, dem wurde das nun nochmal gesagt. Mehrmals, damit's auch ja nicht im Knirschen des Popcorns oder den ungeduldigen Seufzern der Zuschauer unterging. Praktischerweise erschien Helen Cutter Stephen und ließ ihrem Mann eine Nachricht ausrichten. Er könnte sie finden, wenn er das Portal - okay, die Anomalie - benutzt.

Primeval trat also irgendwie arg auf der Stelle. Mitdenker haben nichts wirklich Neues erfahren. Eigentlich hätte man erwartet, dass es im 2. Teil vorangeht, dass Nick Cutter sich auf die Suche nach seiner Frau Helen macht. Bei nur 6 Folgen erwartet man doch ein etwas flotteres Tempo. Aber nein... Der könnte sich echt 'ne Scheibe abschneiden von Doug Carlin (Denzel Washington) in Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit. Auch in einer TV-Serie kann man sich nicht Ewigkeiten mit dem Set-up der Story aufhalten, egal, wie man's dreht oder wendet.

Statt dessen wurden nur die Motive nochmals 'reingehämmert, warum Nick Cutter unbedingt! dringend! durch das Portal gehen muss. Erst am Ende dieser Folge stand er vor dem Portal und gab diese unsäglichen Sätze von sich:

"Wo steckst du Helen? Was willst du?"

Es gab bestimmt Zuschauer, die den Fernseher anbrüllten: Auf der anderen Seite, das wissen doch alle außer dir, und sie will, dass du jetzt da durchgehst, also nun mach schon, Mann! Wir wollen nicht bis Folge 6 darauf warten! ;)

Man kann die Neugier stillen und die sechs Folgen von Primeval einfach auf DVD hinter sich bringen: Primeval: Rückkehr der Urzeitmonster - Die komplette erste Staffel (2 DVDs)

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Primeval - oder: Mystery Montag Katastrophe

Mystery Montag auf Pro7: Zuerst Primeval und hinterher die fabulöse Serie Jericho. Wer auf diese glorreiche Idee kam hat sich vielleicht die Sendungen nicht vorher angesehen. Anders kann ich mir das nicht erklären, denn....

...kann man Primeval beschreiben, ohne die Worte grottiges Drehbuch, grausiger Dialog und unterirdische Regie zu benutzen? Nö. Dabei habe ich noch gar nicht die Klischees erwähnt, die alle bedient werden, oder die präsentierte Schauspiel"kunst" (Ausnahmen: Douglas Henshall, Hannah Spearritt). Zum Konzept kommen wir eh' gleich. Ich versuch' mich jetzt in Selbstbeherrschung. Vor allem, da es Anlass zur Hoffnung auf Besserung gibt.

Positiv
ist zu vermerken, dass das hier eher eine Mini-Serie ist, bis jetzt gibt's nur 6 Folgen davon. Die Briten waren von ihrer hausgemachten Serie Primeval hellauf begeistert und es soll eine weitere Staffel, diesmal mit etwa 10 Folgen, produziert werden. Ich sach ma - wegen mir brauchen die sich nicht mehr in Unkosten stürzen, mir hat schon die erste Folge gereicht.

Auch positiv - vielleicht sogar ein Hoffnungsschimmer für die weiteren Folgen ist der Fakt, dass es nach 4 bzw. 3 Folgen einen neuen Regisseur und wechselnde Drehbuchautoren gab. Eigentlich können die's nur besser machen. Vielleicht schau' ich sogar zur 4. Folge nochmal hin.

Worum's geht? Schlicht und einfach um ein Portal in eine andere Zeit -hier: die Steinzeit. Ein altbekanntes Konzept also. Man kann ganze Buchläden füllen mit Romanen, denen das Portal-Konzept zugrundeliegt und Filme vieler Genres haben sich dessen bedient - ob das romantische Komödien wie Kate & Leopold waren, Dramen wie Das Haus am See oder zuletzt der anspruchsvolle Thriller Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit. Natürlich haben sich auch in vielen TV-Serien Figuren schon frei über Zeit/Raum Grenzen hinweggesetzt, ob das nun die bezaubernde Jeannie oder neuzeitlichere Hexen, Vampire, Ausserirdische vom Mars etc. oder ganz normale Menschen waren. Da dieses Konzept also schon so einen Bart hat sind heutzutage z. B. große amerikanische Verlage wenig geneigt, darauf basierende Manuskripte auch nur anzusehen, wenn sich's nicht um 'ne richtige Kick-ass Story handelt, möglichst von 'nem etablierten Bestseller Autoren. Das nur nebenbei bemerkt.

Für die Briten ist das Portal-Konzept also noch der absolute Hit. Die Macher von Primeval ignorieren den Reichtum der internationalen (Pop)Kultur und dementsprechend lahm und ausführlich wird das einfachst gestrickte Konzept präsentiert, das Portal -zig Mal als Anomalie bezeichnet. Okay, ich sach nix. Dinos und fliegende Echsen dringen via das Portal in die Gegenwart ein. Es kostet Menschenleben, die Regierung will alles geheim halten, die Wissenschaftler sind gut, die Behörden schlecht. Ja, totales Neuland. Da das Portal keine Einbahnstraße ist, dringen Menschen in die Steinzeit ein. Mit der erforderlichen Motivation, natürlich. Noch Fragen?

Fans von Primeval zeigen gerne auf das "magere" Budget und sagen, dass man damit eben nicht unbedingt Jurassic Park zaubern kann. (Angeblich kann man mit einem Budget in der Höhe auch keinen "Kostümfilm" drehen - und doch hat's die britische Filmemacherin Sally Potter geschafft, einen wahnsinnig tollen und gut aussehenden Kostümfilm abzuliefern, der etliche Preise gewonnen hat und sogar zwei Oscar-Nominierungen erhielt, u. a. für Bestes Kostüm Design: Orlando) Nichts ist unmöglich, aber es braucht eben Ideen und Talent. Ich sach ma so: Wenn ich unglaublich fake aussehende Kreaturen einsetze, dann leuchte ich die vielleicht nicht unbedingt total aus und zeig' sie im close up. Aber die Kreaturen sind nicht unbedingt das Problem.

Da gibt es völlig überflüssigen Dialog, der genau das erklärt, was man gerade auf dem Bildschirm sieht. Hat auch nix mit dem Budget zu tun. Oder solch lahme Dinge wie: Im Innenministerium steht ein Fenster sperrangelweit auf, damit unsere fliegende Echse einen kleinen Ausflug machen kann. In dem Zusammenhang muss auch der Humor erwähnt werden, vor allem bei dem Wort "lahm" fiel mir das ein. Set-up und pay-off back to back, klatsch-klatsch, oh bitte. Und alles möglichst dann noch per einfallslosem Billig-Dialog aus längst vergangenen Comedy-Tagen kommentieren, damit's noch mehr schmerzt.

Dann gibt es das absolute No-No: dumme Figuren, die sich hirnrissig verhalten, z. B. eine Lehrerin die erst mal nachguckt, ob der Verursacher des Höllenlärms gefährlich sein könnte, dann dem Dino die Tür in's Gesicht knallt und dann - sich und ihren Schüler nicht durch's Fenster in Sicherheit bringt, was jeder normale Mensch täte.

Aber sie ist nur eines der Klischees, in diesem Fall die "dumme Lehrerin". Dann gibt's noch den grauenhaft gespielten unbeholfenen Geek (die Geeks von Bones oder Crossing Jordan sind Lichtjahre besser) mit der Brieffreundin far far away, der natürlich mit einer hübschen Frau kooperieren wird, logisch. Vermutlich werden die zusammenkommen. Und für die nötige Spannung ham wer dann noch den hübschen Kollegen, der das Dreieck vollkommen macht. Sonst guckt er gerne in's Off und mit übermäßig "Ausdruck" ist er gerade nicht gesegnet.

So, habe mich beherrscht, aber bis hierher, länger reicht meine Geduld nicht. Außerdem bin ich der Meinung, dass das schon mehr Kommentar ist, als die Serie Primeval verdient hat.

Die um Klassen bessere Serie Jericho mit Primeval in Verbindung zu bringen und das Ganze dann Mystery Montag zu nennen ist übel. Dann aber Jericho auch noch den Sendeplatz nach dieser Beleidigung der Intelligenz zu geben, das ist bestimmt... kein guter Schachzug. Bleibt zu hoffen, dass Jericho nicht unter diesem Geniestreich von einem Programm-Line Up zu leiden hat. Ich kann mir jedenfalls nur schwer vorstellen, dass Fans von Primeval auch Fans von Jericho sind - oder umgekehrt.

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